Kein Steuerberater nimmt neue Mandanten? Das kannst du tun
Absagen liegen fast immer an Kapazität oder Schwerpunkt der Kanzlei – nicht an dir. Deine Chancen steigen, wenn du gezielter anfragst, deinen Suchradius erweiterst und deine Unterlagen übergabebereit machst. Drängt eine Frist, sprich früh mit dem Finanzamt.
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Warum Kanzleien absagen
Hinter „Wir nehmen derzeit keine neuen Mandanten an“ stecken meist drei Gründe:
- Kapazität: Viele Kanzleien finden schwer Personal und konzentrieren sich auf ihre bestehenden Mandanten.
- Einarbeitung: Ein neues Mandat kostet am Anfang viel Zeit – Vorjahre sichten, Daten übernehmen, Vollmachten einrichten. Bei kleinen Mandaten rechnet sich das für manche Kanzleien nicht.
- Schwerpunkt: Eine Kanzlei, die vor allem Arztpraxen oder Handwerksbetriebe betreut, lehnt eine UG mit Onlineshop und Gesellschafter im Ausland eher ab – nicht aus Prinzip, sondern weil ihr dafür die Routine fehlt.
Für dich heißt das: nicht mehr Kanzleien anschreiben, sondern die richtigen – und es ihnen leicht machen, Ja zu sagen.
Sieben Dinge, die wirklich helfen
- Präzise anfragen. Rechtsform, gewünschte Leistungen, Umsatz, Mitarbeitende, Belege pro Monat, Besonderheiten, Sprache. So kann eine Kanzlei in einer Minute entscheiden, ob du passt.
- Passende Kanzleien wählen. Achte auf Schwerpunkte, die zu dir passen – etwa Gründer, E-Commerce oder internationale Mandate. Dort passt dein Mandat in bestehende Abläufe, und die Zusage fällt leichter.
- Suchradius erweitern. Steuerberater dürfen dich deutschlandweit betreuen. Wenn du auf Termine vor Ort verzichten kannst, stehen dir deutlich mehr Kanzleien offen.
- Ordnung zeigen. Schreib dazu, dass deine Belege digital vorliegen und die Vorjahresunterlagen vollständig sind – sofern das stimmt. Das senkt den Einarbeitungsaufwand, den häufigsten Absagegrund.
- Aufgaben aufteilen. Laufende Buchungen und Lohnabrechnung dürfen auch qualifizierte Buchhalter übernehmen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG); Jahresabschluss und Steuererklärungen bleiben beim Steuerberater. Stimm eine solche Aufteilung vorher mit der Kanzlei ab.
- Den richtigen Zeitpunkt wählen. Rund um Jahresabschlüsse und Abgabefristen ist die Auslastung am höchsten. Wer früh fragt, hat bessere Chancen.
- Nachfassen und nach Empfehlungen fragen. Eine freundliche Erinnerung nach einer Woche ist in Ordnung. Bei einer Absage lohnt die Frage, ob die Kanzlei jemanden empfehlen kann.
Wie du eine gute Kurzbeschreibung aufbaust und welche Suchwege es gibt, steht in Steuerberater finden: So findest du einen, der passt.
Wenn beim Finanzamt eine Frist drängt
Ohne Steuerberater müssen Jahressteuererklärungen grundsätzlich sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres abgegeben werden (§ 149 Abs. 2 AO). Fertigt ein Steuerberater die Erklärung an, gilt in der Regel eine deutlich längere Frist (§ 149 Abs. 3 AO) – das Finanzamt kann Erklärungen in bestimmten Fällen aber vorab anfordern.
Wenn du absehbar nicht rechtzeitig abgeben kannst:
- Melde dich vor Fristablauf beim Finanzamt. Schildere die Situation und beantrage eine Fristverlängerung (§ 109 AO). Das Finanzamt entscheidet darüber; einen Anspruch hast du nicht.
- Halte es schriftlich fest. Stell den Antrag schriftlich, zum Beispiel über ELSTER, oder notiere Datum und Ergebnis eines Telefonats.
- Informiere deine neue Kanzlei sofort über offene Fristen und Schreiben des Finanzamts.
Gut zu wissen
Bei verspäteter Abgabe kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 AO). Welche Frist in deinem Fall gilt und ob sie verlängert werden kann, klärst du mit dem Finanzamt oder deiner künftigen Kanzlei. Diese Seite ist keine Steuerberatung.
Wenn deine bisherige Kanzlei aufhört
Manchmal beginnt die Suche unfreiwillig: Die Kanzlei schließt, geht in den Ruhestand oder beendet das Mandat. Dann gilt:
- Deine Unterlagen bekommst du zurück. Die Kanzlei muss dir Dokumente, die sie von dir oder für dich erhalten hat, auf Verlangen herausgeben (§ 66 Abs. 2 StBerG). Bei offenen Rechnungen darf sie sie unter Umständen zurückhalten (§ 66 Abs. 3 StBerG).
- Frag nach den digitalen Buchhaltungsdaten und nach dem Stand offener Arbeiten und Fristen.
- Keine Kündigung zur Unzeit: Eine Kanzlei darf in der Regel nur so kündigen, dass du dir rechtzeitig anderweitig Hilfe suchen kannst – außer es gibt einen wichtigen Grund (§ 627 Abs. 2 BGB).
Wie die Übergabe an eine neue Kanzlei abläuft, erklärt Steuerberater wechseln.
Wie GetSteuer die Suche umdreht
Bei GetSteuer beschreibst du dein Unternehmen einmal. Wir zeigen deine Anfrage nur Steuerberatern, deren Profil zu deinen Angaben passt und die neue Mandanten annehmen. Die Kanzleien entscheiden anhand deiner anonymisierten Angaben, ob sie Interesse haben – bei dir melden sich also nur interessierte Kanzleien, bis zu 5 pro Suche.
Findet sich gerade keine passende Kanzlei, sagen wir dir das. Eine Zusage können wir nicht versprechen – aber du sparst dir das Anschreiben von Kanzleien, die ohnehin keinen Platz haben.
Häufige Fragen
Darf ein Steuerberater mich einfach ablehnen?
Ja. Kanzleien entscheiden selbst, welche Mandate sie annehmen. Eine Ablehnung müssen sie aber unverzüglich mitteilen (§ 63 StBerG).
Kann ich die Steuererklärungen für mein Unternehmen selbst machen?
Grundsätzlich ja – eine Pflicht, einen Steuerberater zu beauftragen, gibt es nicht. Bei einer GmbH oder UG mit Bilanz, Jahresabschluss und elektronischer Übermittlung ist das aber aufwendig und fehleranfällig. Überleg dir, welche Teile du selbst übernehmen kannst und wofür du fachliche Hilfe brauchst.
Wie viele Kanzleien sollte ich gleichzeitig anfragen?
Lieber wenige passende als viele beliebige. Drei bis fünf gezielte Anfragen mit einer klaren Kurzbeschreibung bringen meist mehr als zwanzig Rundmails.
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Quellen
Diese Seite enthält allgemeine Informationen und keine Steuer- oder Rechtsberatung. GetSteuer ist ein Vermittlungsservice und keine Steuerberatungsgesellschaft.